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April 2014

Hoher Besuch zum 106. Geburtstag

Koreanischer Botschafter bedankt sich bei der Rotkreuzschwester Charlotte Koch für ihren Einsatz nach dem Korea-Krieg

Oldenburg. Aufregung für Charlotte Koch: Die Bewohnerin des Schwesternheims der Oldenburgischen Schwesternschaft vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) feierte am Mittwoch ihren 106. Geburtstag. Die Liste der Gratulanten war lang und viele Hände gab es für sie zu schütteln. Ihr Tag begann mit einem Geburtstagsständchen der Mitarbeiter und einem großen Blumenstrauß von der Leiterin des Alten- und Pflegeheims, Oberin Helga Schumacher, die im Namen aller Mitbewohner herzlich gratulierte. Neben einem Gratulationsschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck überbrachte auch Oldenburgs Bürgermeisterin, Germaid Eilers-Dörfler, Glückwünsche. Inzwischen hat die alte Dame eine gewisse Routine im Umgang mit den Gratulanten gewonnen, die sie seit ihrem 100sten Geburtstag jedes Jahr aufs Neue an ihrem Ehrentag besuchen. Doch die Aufwartung des südkoreanischen Botschafters war dann doch etwas Besonderes und aufregend dazu. Südkoreas Botschafter in Berlin, S.E. Kyung Soo Lee, kam, um sich persönlich, im Namen der Regierung der Republik Korea, bei Charlotte Koch für den besonderen humanitären Einsatz, den sie und ihre vielen Mitstreiter nach Ende des Korea-Krieges zwischen 1954 und 1959 in Pusan (heute Busan) geleistet haben, zu bedanken.

1953 versprach der damalige Bundeskanzler und Bundesminister des Auswärtigen Amtes, Konrad Adenauer, dem US Präsidenten, Dwight D. Eisenhower, ein Feldlazarett in Korea zu errichten. Diese Aufgabe übernahm im Auftrag der Bundesrepublik das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Gut ein Jahr nahmen Planung und Organisation dafür in Anspruch. Als es endlich soweit war, hatten sich jedoch die Rahmenbedingungen geändert. Der Krieg war vorbei. Deshalb wurde aus dem geplanten Feldlazarett ein ziviles Krankenhaus mit 250 Betten.

Dieses errichtete das DRK dann im Mai 1954 im äußersten Südosten der koreanischen Halbinsel, in der Hafenstadt Pusan mit Hilfe amerikanischer Soldaten und koreanischer Mitarbeiter in einer ehemaligen Mädchenschule. Fünf Jahre lang wurden dort bis 1959 im Namen des Deutschen Roten Kreuzes mit Hilfe deutscher Ärzte und Krankenschwestern gut 250 Tausend Patienten versorgt, darunter viele Kriegsverletzte und Flüchtlinge. Eine der zahlreichen Helferinnen und Helfer war Charlotte Koch. Sie wurde gemeinsam mit fünf weiteren Krankenschwestern der Oldenburgischen Schwesternschaft in Fernost eingesetzt. Auch beim Aufbau einer Krankenpflegeschule wirkte sie mit. 20 Schwesternschülerinnen wurden dort jährlich ausgebildet und genossen in Korea hohes Ansehen.
Der Botschafter erinnerte an diese deutsche Unterstützung der koreanischen Bevölkerung in einer schweren Zeit und betonte die gute Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen der Republik Korea und Deutschland. „Ihre warmherzige Hilfe gab uns Hoffnung und war ein wichtiger Baustein für den Aufbau unserer modernen Medizintechnologie und damit auch für die Entwicklung Koreas zu einer Industrienation.“
Als Anerkennung für ihre Verdienste als „selbstloser Engel“ überreichte der Diplomat der Jubilarin einige gerahmte Fotos aus dieser Zeit sowie ein traditionelles koreanisches Schmuckkästchen mit aufwändigen Intarsien.

Ein Leben für die Schwesternschaft
Charlotte Koch, 1910 im brandenburgischen Teetz/Kyritz geboren, begann 1930 ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Diakonissenhaus Oberlin in Babelsberg. Mit 28 Jahren trat sie in die damalige DRK-Schwesternschaft Frankfurt/Oder ein. Zunächst versah sie im Kreiskrankenhaus Seelow ihren Dienst. Dem folgten während des zweiten Weltkrieges Einsätze im Lazarett und auf dem Verbandsplatz. Die spätere Flucht aus den östlichen Kriegsgebieten führte sie über Umwege zunächst nach Bremen. 1947 war Charlotte Koch dann eine der Gründerinnen der Oldenburgischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz e. V. Sanderbusch und half beim Aufbau des südlich von Wilhelmshaven gelegenen Krankenhauses Sanderbusch mit. Dort war sie von Beginn an im OP eingesetzt. Die Tätigkeit als OP-Schwester übte sie auch im Deutschen Hospital in Pusan aus, wo sie von 1954 an für fast zwei Jahre eingesetzt war. Anschließend kehrte sie wieder zurück nach Sanderbusch und war dort bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 1972 leitende OP-Schwester. 1997 zog Schwester Charlotte in das DRK-Schwesternheim in Oldenburg ein, in dem sie bis heute lebt.
Charlotte Koch freute sich sehr über die zahlreichen Glückwünsche und Dankesbezeugungen des Botschafters. Auch, wenn es mit dem Hören nicht mehr so gut klappt wie früher, nimmt sie noch immer rege an ihrer Umwelt teil. Singen ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Alte deutsche Volkslieder haben es ihr besonders angetan. Wünsche für die Zukunft hat sie keine. Sie freut sich über jeden Tag und genießt den Augenblick.

 

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Bild: Gelassen nimmt Charlotte Koch (Mitte) die Glückwünsche zu ihrem 106. Geburtstag entgegen.

Von links nach rechts:
Kirsten Stach, Gerontologin der Oldenburgischen Schwesternschaft; dahinter die Vorsitzende des Vereins der koreanischen Krankenschwestern in Deutschland, Haeng-Ja Fischer, rechts, der Botschafter der Republik Korea, S.E. Lee Kyung-soo.

 

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Von links nach rechts:
Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, Oberin Helga Schumacher, Charlotte Koch, Dieter Holzapfel, Präsident des DRK-Landesverband Oldenburg und der Botschafter der Republik Korea, S.E. Lee Kyung-soo.

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